Therapeutische Optionen

Sekretariat GI-Onkologie

Frau C. Lichte-Adelski

Telefon: 0551/39-63879
Telefax: 0551/39-66921

Therapie des Pankreaskarzinoms

Die therapeutischen Möglichkeiten in der Behandlung des Pankreaskarzinoms hängen stark von der Ausbreitung des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ab. Im Allgemeinen gilt, je früher das Pankreaskarzinom erkannt wird, desto günstiger sind die Erfolgsaussichten und Therapieoptionen zu bewerten.

Bei Diagnosestellung präsentieren sich Patienten mit drei unterschiedlichen Tumormanifestationen:

  • Metastasierter Tumor: (ca. 70% der Patienten, es liegen bereits Metastasen in anderen Organen vor)
  • Lokal fortgeschrittener Tumor: (ca. 20% der Patienten, der Tumor ist auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt, ohne Metastasen, infltriert jedoch lebenswichtige Nachbarstrukturen, z.B. Arterien)
  • Resektabler Tumor: (ca. 10% der Patienten, der Tumor ist auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt, ohne Metastasen oder infltriert jedoch lebenswichtige Nachbarstrukturen)

Neben dem Stadium der Tumorerkrankung stellen auch patientenspezifische Faktoren wie Ernährungszustand, allgemeiner Gesundheitszustand oder das Vorliegen weiterer Erkrankungen wichtige Faktoren in der Entscheidungsfindung der richtigen Therapie für betroffene Patienten dar.

 

Chirurgische Therapie


Die Resektion des Tumors stellt auch heute noch die einzig realistische Chance auf eine dauerhafte Heilung bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs dar. Es ist jedoch nur ein kleiner Teil der Pankreaskarzinome bei Diagnosestellung resektabel, weil der Tumor entweder Metastasen in anderen Organen gebildet hat oder in lebenswichtige Nachbarstrukturen, z.B. Arterien eingewachsen ist. Wenn der Tumor anhand der bildgebenden Diagnostik entfernbar erscheint, können in Zentren, die über viel Erfahrung in der Entfernung von Pankreaskarzinomen verfügen, diese ansonsten komplikationsträchtigen Operationen an der Bauchspeicheldrüse in der Regel gefahrlos durchgeführt werden. Sollte der Tumor durch den Chirurgen entfernt worden sein, besteht ein großes Risiko, dass es zu einem Rezidiv dieses Tumors kommt. Aus diesem Grund sollten Patienten nach Entfernung eines Bauchspeicheldrüsentumors eine Chemotherapie erhalten. Hierdurch kann sowohl das Risiko für das Auftreten eines Tumorrezidivs reduziert als auch die Zeit bis zum Auftreten eines Rezidives verlängert werden.


Unter bestimmten Bedingungen kann auch bei Patienten mit fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsenkarzinomen eine operative Therapie sinnvoll sein. Dies ist der Fall, wenn der Tumor Nachbarorgane wie den Dünndarm oder die Gallenwege einengt und deren normalen Abfluss verhindert.

 

Strahlentherapie


Die Rolle der Strahlentherapie in der Behandlung des Pankreaskarzinom ist bis heute nur unzureichend geklärt. Es scheint dass durch die Strahlentherapie eine gute Kontrolle des Ausgangstumors im Pankreas erreicht werden kann. Dadurch könnte die Strahlentherapie in der Wachstumskontrolle lokal fortgeschrittener Bauchspeicheldrüsenkarzinome von therapeutischem Nutzen sein. Zur Zeit werden weltweit große klinische Studien durchgeführt, um den Wert der Strahlentherapie in der Behandlung des Pankreaskarzinoms besser zu verstehen. Wir sind an der UMG Teil dieses Studiennetzwerkes und betroffene Patienten können bei Vorliegen spezieller Kriterien an diesen Studien teilnehmen.

 

Medikamentöse Therapie


Eine Chemotherapie ist bei Patienten mit Pankreaskarzinomen in den meisten Fällen notwendig. Hier müssen jedoch verschiedene Situationen unterschieden werden, bei denen chemotherapeutische Behandlungsverfahren eingesetzt werden. Sie wird entweder im Anschluss eine chirurgische Entfernung des Tumors zur Reduktion der Rezidivrate oder bei Patienten mit lokal fortgeschrittener bzw. metastasierter Erkrankung zur Eindämmung des Tumorwachstums durchgeführt. Dabei konnten in den letzen Jahren deutliche Verbesserungen sowohl in der Verbesserung der Wirksamkeit als auch der Reduktion von Nebenwirkungen erreicht werden. In der Regel werden Kombinationen aus verschiedenen wirksamen Substanzen in wöchentlichem oder zwei-wöchentlichem verabreicht. Für Patienten in schlechtem Allgemein- oder Ernährungszustand ist der Nutzen einer Chemotherapie fraglich. Folgende Substanzen werden in der systemischen Therapie eingesetzt:

Substanz  Information
Gemcitabine Wirksamkeit als Kombinationspartner in Phase II und III Studien gezeigt, adjuvante und palliative Systemtherapie, zugelassen
5-Fluorouracil (5-FU) Wirksamkeit als Kombinationspartner in Phase II und III Studien gezeigt, adjuvante Systemtherapie, zugelassen
Capecitabin Wirksamkeit als Kombinationspartner in Phase II und III Studien gezeigt, adjuvante und palliative Systemtherapie, zugelassen
Folinsäure (FA) Wirksamkeit als Kombinationspartner in Phase II und III Studien gezeigt, adjuvante und palliative Systemtherapie, zugelassen
Erlotinib EGFR Antagonist, Wirksamkeit als Kombinationspartner in Phase II und III Studien gezeigt, palliative Systemtherapie, zugelassen
Cisplatin Wirkung in Phase III Studie mit Gemcitabin gezeigt
Oxaliplatin Wirkung in Phase III Studie mit Gemcitabin (Gem/Ox) und 5-FU/Irinotecan/Folinsäure (FOLFIRINOX oder OFF) gezeigt; adjuvante und palliative Erst- und Zweitlinien Systemtherapie
Irinotecan Wirkung in Phase III Studie mit Gemcitabin (Gem/Ox) und 5-FU/Irinotecan/Folinsäure (FOLFIRINOX oder OFF) gezeigt; adjuvante und palliative Systemtherapie
Nal-Irinitecan Nanoliposomales Irinotecan, Wirkung mit 5-FU in Phase III Studie nach Versagen von (Gem/nab-paclitaxel) in der Zweitlinien Systemtherapie gezeigt, zugelassen
Nab-Paclitaxcel Albumin-modifiziertes Paclitaxcel, Wirkung in Phase III Studie mit Gemcitabin (Gem/nab-paclitaxel) gezeigt; palliative Systemtherapie

 

Supportive (unterstützende / lindernde) Therapie


Neben der direkten Behandlung der Krebserkrankung mit den Tumor angreifenden Substanzen und Methoden werden bei Patienten mit Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse häufig unterstützende Maßnahmen zur Linderung von Beschwerden notwendig. In der Regel betrifft dies Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumoren. Zu den unterstützenden Therapien gehören Schmerztherapie, Ernährungsberatung bzw. Sicherstellung der Ernährung, Krankengymnastik, psycho-onkologische Betreuung oder die Organisation der häuslichen Betreuung. Diese Behandlungen sollten wenn möglich in einem Palliativnetzwerk koordiniert werden.


Einen großen Anteil der unterstützenden Therapie stellen endoskopische Maßnahmen bzw. interventionell sonographische Behandlungen zur Sicherung des Galleabflusses oder Drainage von Ascites (Bauchwasser).

Kontakt zur Klinik

Adresse
Klinik für Gastroenterologie und
Gastrointestinale Onkologie
der Universitätsmedizin Göttingen
 
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Telefon
0551 39-62301

Zugang zur Klinik

Ambulanzen und Sekretariate

Hauptgebäude des Universitätsklinikums Göttingen

Sekretariate: Aufzug C3 / Ebene 3
Ambulanzen: Aufzug B3 / Ebene 3


Stationen

Bettenhaus 2
Station 2021: Aufzüge zur Ebene 2
Stationen 4022/4023: Aufzüge zur Ebene 4

 

Lageplan

lageplan gastroenterologie umg