Schilddrüsenkarzinom

Die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren der Schilddrüse und der Nebennierenrinde stellt eine große interdisziplinäre Herausforderung dar. Dies ist bedingt durch das häufig sehr unterschiedliche biologische Verhalten dieser Tumore und die zum Teil sehr verschiedenen Behandlungsstrategien welche von mehreren medizinischen Fachdisziplinen durchgeführt werden. So sind in die Behandlung von Patienten mit diesen seltenen Tumoren an der Universitätsmedizin Göttingen spezialisierte Ärzte folgender Abteilungen involviert:

Darüber hinaus bestehen enge Kooperation mit unseren niedergelassenen Kollegen in der regionalen ambulanten Versorgung (z.B. Endokrinologikum) sowie mit nationalen Kompetenznetzwerken wie der Deutschen Nebennierenkarzinom-Studiengruppe.

 

Schilddrüsenkarzinom

Bösartige Neubildungen der Schilddrüse (Schilddrüsenkarzinome) gehören mit 4.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den seltenen Tumoren in Deutschland.
Die Schilddrüsenkarzinome werden in vier Gruppen eingeteilt.
Den günstigsten Verlauf haben gut differenzierte Schilddrüsenkarzinome, zu denen papilläre (ca. 60 % der Fälle) und follikuläre Karzinome (ca. 30 % der Fälle) gehören. Die papillären Schilddrüsenkarzinome bilden häufig Metastasen in die Lymphknoten am Hals und über Lymphgefäße in den Brustkorb, während follikuläre Schilddrüsenkarzinome Metastasen auf dem Blutweg in Lunge und Knochen ausbilden.
Die undifferenzierten anaplastischen Schilddrüsenkarzinome sind selten (ca. 2 % der Fälle) und Patienten mit diesem Tumor haben meist eine ungünstige Prognose.
Eine Sonderform stellt das meduläre Schilddrüsenkarzinom dar (ca. 8 % der Fälle). Es geht aus C-Zellen (Calcitonin als spezieller Marker) der Schilddrüse hervor und kann auch zusammen mit anderen Hormonstörungen oder familiär gehäuft auftreten Tumorerkrankungen (Erkrankungen der Nebenschilddrüse und der Nebenniere; Multiple Endokrine Neoplasie MEN Typ 2).

Diagnostik

Die Unterscheidung eines gutartigen Schilddrüsenknotens von einem bösartigen geschieht mit der Schilddrüsensonographie, der Szintigraphie und speziellen Laboruntersuchungen. Zur weiteren Charakterisierung wird eine Feinnadelpunktion zur Gewinnung von Schilddrüsenzellen durchgeführt.
Schnittbildgebung (CT, PET-CT, MRT) erfolgt zur Verlaufs- und Ausbreitungsdiagnostik.

Therapeutische Optionen

Im Vordergrund einer Therapiestrategie mit kurativem Ansatz steht meist die komplette Resektion der Schilddrüse mit zusätzlicher Entfernung eines Teils der Halslymphknoten.
Bei Vorliegen eines gut differenzierten Schilddrüsenkarzinoms erfolgt anschließend eine ablative Radiojodtherapie (Abteilung Nuklearmedizin). Diese Therapie führt zu einer langfristigen Heilungsrate von über 95 %. Nach Operation und Radiojodtherapie sind eine lebenslange Therapie mit Schilddrüsenhormonen und eine konsequente Nachsorge erforderlich.
Bei Auftreten von Lokalrezidiven oder Metastasen kann eine erneute operative Therapie, Radiojodtherapie, Bestrahlung oder medikamentöse Therapie in Frage kommen.

Medikamentöse Therapie

Bei Rezidiven von differenzierten Schilddrüsenkarzinomen, die einer Radiojodtherapie, Resektion oder Radiotherapie nicht zugänglich sind, kann eine orale Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer (z.B. Lenvatinib) durchgeführt werden. Ebenso können metastasierte medulläre Schilddrüsenkarzinome mit oralen Therapien wie Vandetanib oder Cabozantinib behandelt werden.
Zur Kontrolle der Therapie und Nebenwirkungen wird diese im interdisziplinären Setting mit Betreuung durch die Abteilungen Nuklearmedizin und Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie koordiniert.

Sollten Sie Fragen zur Diagnostik oder Therapie von Schilddrüsenkarzinomen haben, können Sie sich jederzeit telefonisch (+49 551 39 13780) oder per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an uns wenden. Entsprechende Spezialsprechstunden finden mittwochs und donnerstags von 08:00 bis 13:00 Uhr statt. Eine Terminanfrage für diese Sprechstunden kann online oder telefonisch unter 0551 39 66069 (Nuklearmedizin) oder 0551 39 13780 (Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie, Ort der Sprechstunde: Leitstelle Innere Medizin, Ebene 3, Aufzug B3) erfolgen.

Ansprechpartner

Dr. med. A. König

Oberarzt
Bereichsleiter Onkologie

Sekretariat Onkologie und Bettenmanagement

Frau C. Lichte-Adelski

Telefon: 0551/39-63879
Telefax: 0551/39-66921

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Klinik für Gastroenterologie und
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