NET-Ambulanz für gastroenterologische neuroendokrine Tumorerkrankungen

Bei der Gruppe der neuroendokrinen Neoplasien (NEN) handelt es sich um eine seltene Tumorerkrankung. Die Tumore entwickeln sich aus Zellen des neuroendokrinen Systems. Da diese Zellen in verschiedensten Organen im menschlichen Körper vorkommen, können neuroendokrine Tumoren nahezu überall im Körper auch außerhalb des Gastrointestinaltraktes auftreten.

koenig umgHäufige Entstehungsorte dieser Erkrankung stellen das Bronchialsystem, die Bauchspeicheldrüse, der Magen sowie der Dünn- und Dickdarm dar. Auch wenn es sich um eine bösartige Neubildung mit bei Diagnosestellung bereits häufig vorhandenen Tochtergeschwülsten (Metastasen) handelt, ist die Prognose dieser Tumorerkrankung häufig günstig. Krankheitsverläufe über viele Jahre sind nicht selten, es gibt jedoch auch weniger glückliche Verläufe. Als wichtig in der Abschätzung des Krankheitsverlaufs von NEN haben sich die Teilungsrate der Tumorzellen, das Vorhandensein von Metastasen und deren Lokalisation sowie der Ursprungsort des Primärtumors als bedeutsam herausgestellt.
Eine Besonderheit der neuroendokrinen Neoplasien besteht in ihrer Fähigkeit Hormone zu bilden und diese auszuschütten. Die unkontrollierte Hormonausschüttung kann zu charakteristischen Krankheitssyndromen wie dem Karzinoid-Syndrom, dem Zollinger Ellison-Syndrom (Gastrinom), dem Verner-Morrison-Syndrom (VIPom), Glukagonom-Syndrom, oder dem Insulinom führen. Die Eigenschaft der Hormonproduktion muss jedoch nicht bei allen Tumoren vorhanden sein.
Im Rahmen des vererbbaren Krankheitsbildes der Multiplen Endokrinen Neoplasie (MEN) können neuroendokrine Tumore des Pankreas mit anderen Tumoren des endokrinen Systems vergesellschaftet sein.
Innerhalb der letzten Jahre hat das Wissen über diese seltene Gruppe von Erkrankungen deutlich zugenommen. Mit diesem Wissen sind eine Vielzahl neuer Behandlungsstrategien und –methoden für Patienten mit neuroendokrinen Neoplasien entstanden, die auch aufgrund der häufig langen Krankheitsdauer eine sorgfältige Auswahl und Steuerung der Behandlungsmethoden notwendig erscheinen lässt. Aus diesem Grund erfolgt die Behandlung von Patienten mit dieser seltenen Tumorerkrankung an der Universitätsmedizin Göttingen durch ein interdisziplinäres Behandlungsteam bestehend aus Gastroenterologen, Visceralchirurgen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Hämato-Onkologen. Sollten Sie selbst Betroffener dieser seltenen Tumorentität sein oder Fragen zu dieser Tumorerkrankung haben, können Sie sich jederzeit ambulant oder stationär bei uns vorstellen.

Terminvereinbarung

Montag bis Freitag von 8:00-15:00 Uhr unter Telefon 0551-39-66310 oder -66311.
Sprechzeit ist Mittwochs von 8:00-13:00 Uhr.

  Ansprechpartner

 

PD Dr Silke Cameron

PD Dr. med. S. Cameron

Oberärztin

 
Dr. Alexander König

Dr. med. A. König

Oberarzt